Karl Wilhelm Schmidt

„Karl Wilhelm Schmidt”

Nach dem Tod von Karl Otto Schmidt am 23. Juli 1981 wird Karl Wilhelm Schmidt zum 1. Januar 1982 alleiniger persönlich haftender Gesellschafter.

Die Firma ist in dieser Phase noch ein Metallbetrieb. Allerdings beginnt bereits 1955 – zunächst von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt – der Prozess der Umstellung auf den neuen, damals revolutionären Werkstoff Kunststoff mit der Herstellung von Kunststoffteilen im Spritzgussverfahren. Gebrüder Schmidt wird zunehmend zum innovativen Unternehmen, das sich die Ergebnisse eigener anwendungsbezogener Forschungs- und Entwicklungsarbeit durch Patente zu sichern sucht. Federführend ist dabei Karl Wilhelm Schmidt, der insbesondere die weitere Umstellung auf den neuen Werkstoff vorantreibt. Insbesondere die Möglichkeit der Oberflächenveredelung von Kunststoffen erschließt für diesen Werkstoff eine Fülle neuer Anwendungsmöglichkeiten im Automobilbau, bei Haushaltsgeräten, bei Kosmetikartikeln und vielen anderen Bereichen. Die Pionierleistung von Karl Wilhelm Schmidt, die wesentlich zur Durchsetzung des Kunststoff in Deutschland beiträgt, weist ihn als technikbegeisterten, zukunftszugewandten, sogar visionären Unternehmer aus, der es sich nehmen lässt, immer wieder persönlich in der Entwicklungsabteilung der Firma am Labortisch zu arbeiten.

Einer der Schwerpunkte der Entwicklungsarbeit ist die bis dahin nicht mögliche Galvanisierung von Kunststoffen. Die Firma gehört zu den ersten in Deutschland, die in Zusammenarbeit mit der Schering AG eine vollautomatische Galvanisierungsanlage montiert. Ab den 1970er Jahren werden die bislang in Metall ausgeführten Kollektionen zunehmend durch Produkte aus Kunststoff ersetzt.

Dorothee Schmidt, die heutige Hauptgesellschafterin, arbeitet in diesen Jahren als Industriedesignerin in der Firma. Da immer schärfere Bestimmungen zum Schutz der Umwelt den Betrieb einer eigenen Galvanik am bisherigen Standort unwirtschaftlich machen, muss die Galvanik allerdings Anfang der 1980er Jahr aufgegeben und durch Sputter-Anlagen ersetzt werden.

Der Eintritt der bisherigen Schwellenländer in das Industriezeitalter hat den Weltmarkt ab den 1950ern völlig verändert. Vor allem der Niedergang der europäischen Uhrenindustrie trifft Gebrüder Schmidt durch den Verlust dieses bedeutenden Produktionssegments hart. Trotz immenser Anstrengungen im Markenschutz wird die Firma zudem zunehmend Opfer von Raubkopien. Dies zwingt das Unternehmen zu einem weiteren Strategiewechsel.

Kurz nach dem frühen Tod von Karl Wilhelm Schmidt (1987) wird die Metallproduktion völlig eingestellt. Das Unternehmen wird zum Kooperationspartner großer international agierender Unternehmen im Sanitär- und Reinigungsbereich und avanciert in der Folge zum Spezialisten im Bereich Kunststoffspritzguss.

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