200 Jahre Gebrüder Schmidt

200 Jahre Gebrüder Schmidt

Es ist nichts beständiger als der Wandel

Am 7. Februar 2018 beging die Firma GS Kunststofftechnik Gebrüder Schmidt KG in Idar-Oberstein ihr 200-jähriges Firmenjubiläum. Sie ist der älteste Industriebetrieb im Landkreis Birkenfeld und zählt gleichzeitig zur Spitzengruppe der ältesten deutschen Industrieunternehmen in Familienbesitz. Die wechselvolle Geschichte des Unternehmens durchmisst eine Zeitspanne, in der sich nicht nur das Unternehmen immer wieder neu erfinden muss, um sich veränderten Marktsituationen anzupassen – getreu dem Firmenmotto: „Nur der Wandel ist beständig.“

Sie beginnt vor der industriellen Revolution in der Postkutschenzeit und führt durch zwei Jahrhunderte, in der die Menschheit das Gesicht der Erde nachhaltig verändert. Die Anfänge des heutigen Systemlieferanten und Spezialisten für Kunststoffspritzguss reichen bis ins frühe 17. Jahrhundert zurück, als die Ahnherren des Firmengründers Johann Carl Schmidt als Schmiede in Oberstein begannen. Das Jahr 1818 wird zum offiziellen Gründungsjahr, ab diesem Zeitpunkt ist der fortlaufende Bestand des Unternehmens durch Geschäftsjournale belegt.


Familiendynastie Schmidt

Johann Carl Schmidt

Johann Carl Schmidt (1796-1864)
Firmengründer 1. Generation

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Friedrich Schmidt

Johann Carl-Ludwig (1818-1898) & Friedrich Schmidt (1827-1906)
2. Generation

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Carl Ludwig & Johanna Schmidt

Carl-Ludwig Schmidt (1854-1930)
3. Generation

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Karl Otto Schmidt

Karl Otto Schmidt (1892-1982) & Paul Friedrich Schmidt (1888-1978)
4. Generation

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Karl Wilhelm Schmidt

Karl Wilhelm Schmidt (1924-1987)
5. Generation

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Dorothee Schmidt & Karoline Wedler

Dorothee Schmidt (1950 – heute) & Portrait Karoline Wedler (1978 – heute)
6.  & 7. Generation

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Regionales Erbe

Aus Anlass des 200-jährigen Firmenjubiläums entstand eine Publikation zur Firmengeschichte. Das Buch „erzählt“ die Geschichte des ältesten Industrieunternehmens im Landkreis Birkenfeld, vor allem aber die Geschichte der Menschen, die es gestaltet haben. Es spiegelt in hohem Maße die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in der Region Idar-Oberstein wieder.

Das historische sächliche Erbe der Firma wurde in einem Schenkungsakt in das Eigentum der Stadt Idar-Oberstein überführt, um es so dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Gebrüder Schmidt KG versteht die Schenkung als Gabe an die Stadt Idar-Oberstein und die Heimatregion.  Mit der Darstellung der 200-jährigen Firmenhistorie bringt sich das Unternehmen als gestaltender Akteur der Regionalgeschichte in das kulturelle Gedächtnis der Bürgerschaft ein.

Neugierig geworden? Besuchen Sie die Ausstellung in der Villa Bengel vom 21. Juni bis 14. Oktober 2018.



Unternehmenslogo

Das heutige Logo geht auf das 1907 beim kaiserlichen Patentamt eingetragene Warenzeichen zurück. Dieses repräsentiert symbolisch den Firmennamen Gebrüder Schmidt. Dabei stellt die Kette zwischen den beiden Anfangsbuchstaben der Firma die unverbrüchliche Partnerschaft der Neffen und Firmeninhaber Friedrich Rudolf und Carl Ludwig Schmidt grafisch dar. Allerdings schied Friedrich Rudolf Schmidt bereits 1909 auf eigenen Wunsch aus der Firma aus, sodass das Unternehmen von Carl Ludwig Schmidt als alleiniger Eigentümer weitergeführt wurde. Möglicherweise machte dieser in der Folge von dem Warenzeichen nur äußerst zurückhaltend Gebrauch, so dass es fast in Vergessenheit geriet.

Zudem wurde in der Idar-Obersteiner Schmuck- und Metallindustrie, die in großen Teilen im Auftrag für andere namhafte Firmen produzierte, zum damaligen Zeitpunkt keine Markenbildung betrieben. Auch wurde auf die Punzierung der Produkte in der Regel verzichtet.

Gebrüder Schmidt setzte ab den 1920er Jahren getreu der eigenen designerischen Linie auch in der Firmenkommunikation (z.B. bei Briefköpfen) auf eine sachliche Typografie und einen klaren, schmucklosen Auftritt.

Erst in den 1980er Jahren, vermutlich bereits in der Ägide von Karl Wilhelm Schmidt, erfolgte ein Umdenken und man ließ sich bei der Gestaltung eines Firmenlogos vom alten Warenzeichen von 1907 inspirieren. Hans Rupp, technischer Zeichner der Firma, griff das Warenzeichen als Logo auf und nutzte Rautensymbole als Abstraktion der Kettenglieder.

Eine Verwendung des Logos im eigentlichen Sinne entstand erst im Zusammenhang mit der neuen Fabrik ab 1995. Im Jahr 2010 wurde das Logo modernisiert. Heute bestimmt eine klare und moderne Typographie ohne Verzierungen das Erscheinungsbild des Logos der Gebrüder Schmidt KG.

Warenzeichen von 1907

Warenzeichen von 1907

1970 - 1980

1970 - 1980

Das dargestellte Logo wurde bis in die 70er/80er Jahre in den gedruckten Produktkatalogen verwendet

1985

1985

Das dargestellte Logo ist im Zusammenhang mit einem Neu-/Anbau 1985 entstanden und hier auch nur für die Fassade übertragen worden.

bis 2007

bis 2007

2008-2009

2008-2009

bis 2014

bis 2014

2015

2015

2018

2018




Gebrüder Schmidt 1818 – heute

Wir blicken auf eine 200-jährige Firmengeschichte zurück. Bereits im Jahr 1818 wurde durch Johann Karl Schmidt der Grundstein gelegt, als er die Metallwarenfabrik Gebrüder Schmidt KG im Zentrum von Idar-Oberstein gründete. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit lag damals zunächst auf der Metallverarbeitung und –veredelung für die ortsansässige Schmuckindustrie. Man verfügte über eine hauseigene Galvanik.

Die Firma Gebrüder Schmidt KG war schon immer ihrer Zeit einen großen Schritt voraus: 1955, bereits kurz nachdem der deutsche Chemiker und Vater der Polymerchemie Hermann Staudinger 1953 für seine Arbeiten den Nobelpreis erhielt, wurde die Verarbeitung von Kunststoffwerkstoffen mittels Spritzgussmaschinen aufgenommen. Die eigene Produktpalette umfasste Büroartikel, Schreibtischzubehör, Raucherbedarf sowie Zahnputzbecher und wurde damals schon weltweit vertrieben.

Wieder hatte man die Zeichen der Zeit erkannt, und es wurde schnell auf eine Spezialisierung im aufstrebenden Bereich Sanitär hingearbeitet. Viele der heute noch gängigen Patente stammen aus dieser Phase. Das Unternehmen expandierte zunehmend.

Ein verheerender Brand vernichtete 1995 große Teile der traditionsreichen Produktionsstätte. Die derzeit 75 Mitarbeiter – einige davon sind heute noch bei uns beschäftigt – halfen mit großem Engagement bei der Beseitigung der Trümmer.

1996 kam dann der Neuanfang in Form des Umzugs in die neuerrichtete Produktionsstätte im Gewerbegebiet Michelswiese auf einer Gesamtfläche von 15.000 m² mit eigenem Logistikzentrum. Das Produktprogramm wurde nochmals bereinigt: im Fokus lag die Kunststoffverarbeitung für den weltweiten Sanitär – und Reinigungsmarkt.

In den letzten Jahren haben wir uns, um den Kundenanforderungen gerecht zu werden, wieder etwas breiter aufgestellt. Heute lernen Sie uns unter dem Namen GS Kunststofftechnik als einen traditionsreichen Spritzgießer kennen, der als Systemlieferant mit inzwischen 160 treuen Mitarbeitern einheimische und internationale Kunden u.a. aus den Bereichen Hygiene, Sanitär, Maschinenbau, hochwertige Kosmetik und Haushaltsgeräte überzeugen kann.

Unsere langjährigen Kunden schätzen neben unseren 200 Jahren Fertigungs-Know-How und fast 60 Jahren Kompetenz in der Kunststoffverarbeitung insbesondere unsere hohe Flexibilität und Innovationskraft.